Online-Veranstaltung „Guter Ausbau von Familiengrundschulzentren in Nordrhein-Westfalen“

Sigrun Jäger-Klodwig (geschäftsführendes Landesvorstandsmitglied, links) und Moderatorin Bettina Weise freuten sich über 100 online Teilnehmende.

Fast 100 Teilnehmende aus Landespolitik, Ministerien, Schulen und Kommunen schalteten sich am 1. Dezember in die Zoom-Konferenz zum Thema „Guter Ausbau von Familiengrundschulzentren“, zu der der Familienbund der Katholiken NRW in Kooperation mit der Wübben-Stiftung eingeladen hatte.

Eltern als Bildungsakteure

Nach einer inhaltlichen Einführung von Dagmar Müller (Deutsches Jugendinstitut München) zu den Empfehlungen des 9. Familienberichts erläuterte Geschäftsführer Dr. Markus Warnke das Anliegen der Wübben-Stiftung. Mit den Familiengrundschulzentren solle nicht eine weitere neue Struktur geschaffen, sondern Eltern als zentrale Bildungsakteure eingebunden, begleitet und unterstützt werden. Der Schulerfolg hänge stark vom Elternhaus ab, betonte Dr. Warnke.

Förderrichtlinien vereinheitlichen

Danach kamen die PraktikerInnen aus dem städtischen und ländlichen Raum zu Wort. Im Kölner Stadtteil Meschenich startete ein Familiengrundschulzentrum im September 2020 – mitten in der Pandemie. Elternarbeit war im Lockdown nur sehr eingeschränkt möglich. Trotzdem gelang es den MitarbeiterInnen durch ideenreiche Angebote, den Kontakt zu den Familien zu halten. Christian Cullmann, der Koordinator der Familiengrundschulzentren der Stadt Köln, formulierte einen konkreten Wunsch an die Landespolitik: Die zwei bestehenden Förderrichtlinien des Landes NRW sollen vereinheitlicht und verstetigt werden.

Weite Wege auf dem Land

Die Schule „An den sieben Quellen“ in Willebadessen war ein Beispiel aus dem ländlichen Raum. Hier finanziert die Reinhard-Mohn-Stiftung das Familiengrundschulzentrum als Pilotprojekt. Auch hier wünscht man sich eine auskömmliche Finanzierungsperspektive – und die Anbindung von Logopädie und Ergotherapie. Im ländlichen Raum sind die Wege weit, nicht alle Familien sind mobil. Somit bleiben viele Kinder mit Förderbedarf bislang ohne Therapieangebot.

Positive Signale der Landespolitik

Jens Kamieth (CDU) begrüßte die Einbindung der Eltern, sah jedoch die Etablierung des Begriffes „Familiengrundschulzentrum“ kritisch. Der Begriff der Familienzentren sei bereits etabliert und anerkannt. Josefine Paul (Grüne) bewertete die Familiengrundschulzentren als zukunftsweisendes Modell zur Schaffung von gerechten Bildungschancen. Jochen Ott (SPD) wünschte sich den Ausbau der Familiengrundschulzentren als Teil vieler orchestrierter Maßnahmen, um Bildungsarmut nachhaltig entgegenzuwirken.

Text: Bettina Weise, 03.12.2021

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